Unesco-Weltkulturerbe mit lebendiger Atmosphäre

Kloster Maulbronn

Titelblatt vom Kochbuch Bernhard Buchingers aus dem Jahre 1700; Foto: Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
NUR BEDINGT REGELKONFORM

DAS KOCHBUCH

BERNHARD BUCHINGERS

Als ehemaliger Küchenmeister kannte sich der elsässische Zisterziensermönch Bernhard Buchinger bestens mit der Zubereitung von Lebensmitteln aus. Er verfasste ein Kochbuch, das Ausdruck barocker Tafel- und Gaumenfreuden ist. Im Jahre 1642 wurde Buchinger zum Abt von Kloster Maulbronn gewählt.

Bildnis Bernhard Buchingers, Zuordnung unsicher; Foto: Biographia Cisterciensis

Bernhard Buchinger, Abt von Maulbronn.

DER ABT AUS DEM ELSASS

Bernhard Buchinger (1606–1673) studierte Theologie und Philosophie in der französischen Abtei Lützel. Nach der Priesterweihe wurde er unter anderem Abtsekretär und Küchenmeister. Während des Dreißigjährigen Krieges verließ der Zisterzienser Lützel und wurde 1642 zum Abt von Kloster Maulbronn gewählt. Schon sechs Jahre später wurde Maulbronn wieder säkularisiert. 1654 kehrte Buchinger nach Lützel zurück und leitete den Wiederaufbau der im Krieg verwüsteten Abtei. Er verfasste ein Kochbuch, das trotz der strengen Ordensregel Fleischgerichte enthielt.

Miniatur von fischenden Mönchen, um 1200; Illustration: Stift Heiligenkreuz im Wienerwald

Fischfang und -zucht spielten im Klosterleben eine große Rolle.

EIN UMFANGREICHES KOCHBUCH

Bernhard Buchingers „Koch-Buch so wol für Geistliche als auch weltliche grosse und geringe Haußhaltungen...“ enthält neben Geflügel, Fleisch- und Eierspeisen zahlreiche Fischrezepte: Karpfen, Salmen, Aale und viele weitere Fischarten werden genannt. Oft sind teure Zutaten und Gewürze aufgezählt, die eher an eine wohlhabende weltliche Küche erinnern. Das Kochbuch beinhaltet außerdem Tipps, wie Fisch durch Rauch oder mit Salz haltbar gemacht werden kann. Auch die Mönche in Maulbronn könnten den Fisch auf die gleiche Art wie Buchinger zubereitet haben.

See bei Kloster Maulbronn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg; Günther Bayerl

Zahlreiche Seen und Teiche ermöglichten in Maulbronn die Fischzucht.

FISCH ALS „FLUSSGEMÜSE

Fisch fiel als sogenanntes „Flussgemüse“ nicht unter das strenge Fleischverbot der Zisterzienser. Während der Fastenzeit war der Fischbedarf besonders hoch. In Kloster Maulbronn wurde er durch eine aufwändige Fischzucht gedeckt, von der unterschiedlich große Teiche zeugen. Der größte Maulbronner Klosterteich ist noch immer erhalten: der Aalkistensee, in dem die Mönche bis zu 5000 Karpfen aufzogen.

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