Unesco-Weltkulturerbe mit lebendiger Atmosphäre

Kloster Maulbronn

Glockenguss in der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Robert Mehl
Imposanter Glockenguss

Eine neue Glocke für

die Klosterkirche

Der Guss einer neuen Glocke bildete den eindrucksvollen Abschluss umfangreicher Restaurierungsarbeiten in der Klosterkirche. Seit Juli 2013 hängt die 120 Kilogramm schwere Glocke im kleinen Dachreiter. Für die mittelalterliche große Glocke wurde ein anderer Platz in der Klosterkirche gefunden.

Kloster Maulbronn, Klosterkirche mit Dachreiter; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

Die Klosterkirche mit Dachreiter.

TRADITIONSREICHER GLOCKENGUSS

Für alle, die dabei waren, bleibt der Guss der neuen Glocke ein eindrucksvolles Erlebnis: Die dunkle Fabrikhalle war allein durch den glühenden Schein des flüssigen Metalls erhellt. An den Techniken hat sich seit dem Mittelalter nicht allzu viel geändert. Nur die Glockengießer in ihrer futuristisch glänzenden Schutzkleidung wirken neuzeitlich. Die Glockengießerei Bachert, in der die Glocke entstand, hat selbst eine lange Tradition: Seit 1725 stellt sie in Karlsruhe Glocken her.

Feinarbeit an der neuen Glocke; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Robert Mehl

Feinarbeit an der neuen Glocke.

DAS GEWICHT WAR ENTSCHEIDEND

Verglichen mit der alten Glocke ist die von der Glockengießerei Bachert gegossene Glocke ein Leichtgewicht: Sie wiegt 120 Kilogramm. Das ist auch notwendig, denn die alte Glocke war viel zu groß und zu schwer für den kleinen Dachreiter, in den sie nach 1945 gehängt wurde. Ihr Gewicht von 300 Kilogramm sorgte für Schäden am Turm. Die neue Glocke hat einen Durchmesser von 540 mm und ist auf den Nominalton As'' gegossen. Mit diesem Schlagton passt sie wunderbar zum restlichen Geläut der Kirche.

NEUES LEBEN FÜR EINE ALTE GLOCKE

Die alte Glocke ist aber nun keineswegs Alteisen. Sie ist besonders erhaltenswert, denn sie ist wahrscheinlich die älteste Glocke im Enzkreis und wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von Meister Cunrad von Fulda gegossen. Sie hängt jetzt unterhalb des kleinen Dachreiters im Dach des Hauptschiffes: Für sie wurde eine neue Glockenstube und ein neuer Glockenstuhl eingebaut. Die Fensteröffnung des Westgiebels dient als Schallöffnung. Hier ist die kostbare Glocke vor den Elementen geschützt und kann bei besonderen Anlässen zum Schwingen gebracht werden.

Alte Glocke im kleinen Dachreiter; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Robert Mehl
Historische Glocke in der neuen Glockenstube; Foto: Vermögen und Bau Baden-Württemberg

Die historische Glocke wurde vom kleinen Dachreiter in die neue Glockenstube umgehängt.

TIPP

Tipp: Die Inschrift der alten Glocke lautet übersetzt „Conrad von Fulda machte mich, Jungfrau, du hörst die Zeichen deines beständigen Lobes und verschließest dein Inneres nicht.“