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Unesco-Weltkulturerbe mit lebendiger Atmosphäre

Kloster Maulbronn

Kloster Maulbronn, Closterweinberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Harry Keller
Zum Schutz gedacht

Die Eppinger Linien

Die Eppinger Linien sollten französische Raubzüge während des Pfälzischen Erbfolgekriegs unterbinden. 86 Kilometer lang war die befestigte Verteidigungslinie und erstreckte sich von Weißenstein bei Pforzheim bis nach Neckargemünd, dabei band sie die Klosteranlage von Maulbronn mit ein.

Schloss Rastatt, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, Türkenlouis; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Markgraf Ludwig Wilhelm ließ den Verteidigungswall anlegen.

Schutz vor Überfällen

Anlass für den Bau der Verteidigungslinie war der Pfälzische Erbfolgekrieg, der von 1688 bis 1697 andauerte. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden ließ den Verteidigungswall anlegen, um Städte und Dörfer vor französischen Plünderungen und Brandschatzungen zu schützen. Für den Bau der Wehranlage zog der Markgraf unter Androhung von drastischen Strafen Zivilisten heran, die zu großen Teilen vor der Verteidigungslinie lebten. Die sogenannten „Schanzer“ erbauten die Eppinger Linien in Fronarbeit zwischen 1695 und 1697.

Eppinger Linien, Holzskulptur „Schanzer“; Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei
Eppinger Linien, Graben-Wall-System; Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei
Rekonstruierter Wachturm bei Eppingen; Foto: Wikimedia commons gemeinfrei

Teile des historischen Graben-Wall-Systems, die Holzskulptur eines Schanzers und die Rekonstruktion eines Wachturms veranschaulichen den Aufbau und die militärische Funktion der Eppinger Linien.

Wälle, Gräben und Türme

Um einen Angriff zu erschweren, band man beim Bau der Eppinger Linien natürliche Grenzen wie Flusstäler und Wälder in den Verlauf ein. Die eigentliche Verteidigungsanlage bestand aus einem 40 Meter breiten Verhau aus Ästen und Baumstämmen. Dahinter befand sich ein 2,5 Meter tiefer Graben, dessen Aushub als Wall aufgeschüttet wurde. Zudem erschwerten Palisaden einen Angriff. Von den in regelmäßigen Abständen errichteten Wachtürmen, den Chartaquen, konnten die feindlichen Truppenbewegungen beobachtet werden.

Kloster Maulbronn, Luftansicht; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Die Klosteranlage war Teil der Verteidigungslinie.

Maulbronn als Teil der Eppinger Linien

Bei der Planung der Eppinger Linien machte man sich nicht nur die Gegebenheiten der Natur zu Nutze, sondern bezog auch bereits bestehende Gebäude ein. So war Kloster Maulbronn mit seinen Mauern und Türmen ein Teil der Verteidigungsanlage. Die Klosterbäckerei von Maulbronn versorgte die Schanzarbeiter, während diese auf den Hügeln um das Kloster weitere Signaltürme bauten.

Kloster Maulbronn, Besucher im Klosterweinberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Die Eppinger Linien sind heute eine beliebte Wanderroute.

Wanderweg entlang der Linien

Auf rund 40 Kilometern können die Eppinger Linien heute erwandert werden. Die Tour im Bereich des Naturparks Stromberg-Heuchelberg zwischen Eppingen und Mühlacker ist beschildert und mit Informationstafeln versehen. Seit 2014 säumen Skulpturen und Plastiken des Gemminger Künstlers Hinrich Zürn den Weg. Der abwechslungsreiche Wanderweg mit reizvollen Ausblicken ins Kraichgau trägt das Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“.

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