Unesco-Weltkulturerbe mit lebendiger Atmosphäre

Kloster Maulbronn

Literaturmuseum „Besuchen. Bilden. Schreiben. Das Kloster Maulbronn und die Literatur“ in Kloster Maulbronn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Elena Hahn
Literaturmuseum Maulbronn

BESUCHEN – BILDEN – SCHREIBEN

Das Literaturland Baden-Württemberg hat mit der Dauerausstellung „Besuchen. Bilden. Schreiben. Das Kloster Maulbronn und die Literatur“ eine weitere Attraktion erhalten. In drei Abteilungen zeigt die Ausstellung, dass Maulbronn mehr als andere deutsche Klöster ein Ort der Literatur war.

Literaturmuseum „Besuchen. Bilden. Schreiben. Das Kloster Maulbronn und die Literatur“ in Kloster Maulbronn; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Barbara Erbsen-Haim

Dokumente zu Doktor Faust.

Besuchen

In der Abteilung „Besuchen“ wird deutlich, wie das Bild Maulbronns durch literarische Texte konstruiert und verbreitet wurde. Mit ihren Gedichten, Erzählungen und Berichten machten Klosterschüler und Besucher den Ort Maulbronn zu einer Erinnerungsstätte und prägten so dessen Bild: als Stätte der Spiritualität, der Einkehr und der romantischen Fantasie. Dass hier der legendäre Doktor Faust zu Tode gekommen sein soll, trug ebenfalls zum literarischen Reiz des Klosters bei.

Literaturmuseum „Besuchen. Bilden. Schreiben. Das Kloster Maulbronn und die Literatur“ in Kloster Maulbronn; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Barbara Erbsen-Haim

Graffiti von Hermann Kurz.

Bilden

1556, nach der Reformation, wurde das Zisterzienser-Kloster in eine bis heute bestehende evangelische Schule umgewandelt. Der Ausstellungssektor „Bilden“ veranschaulicht die Rolle, die diese Schule für die geistige Elite Württembergs spielte. Hier können per Knopfdruck Stundenpläne der berühmten Klosterschüler Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse verglichen werden. Unter dem Stress des Schulalltags entstanden etliche literarische Werke, mit denen sich die Ausstellung beschäftigt. Hesses Roman „Unterm Rad“ ist wohl das bekannteste.

Schreiben

Die Mönche brachten in das 1147 gegründete Kloster nur eine Bibel und wenige liturgische Schriften mit. Über die Jahrhunderte wuchs durch Kopieren, Übersetzen und Verfassen neuer Texte aus den bescheidenen Anfängen eine ganze Bibliothek. Die Abteilung Schreiben widmet sich darum der mittelalterlichen Kopierpraxis. Aber auch Hölderlins frühe Versexperimente sowie die Maulbronner Übersetzungstradition – vom Alten Testament bis zu Byron, Lamartine und Lenin – finden ihren Platz in der Ausstellung.

Literaturmuseum „Besuchen. Bilden. Schreiben. Das Kloster Maulbronn und die Literatur“ in Kloster Maulbronn; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Barbara Erbsen-Haim

Biographien und Kurzfilme halten zahlreiche Details bereit.

Überblick über acht Jahrhunderte

Insgesamt überblickt die Ausstellung mehr als acht Jahrhunderte und gibt rund 50 Schriftstellerinnen und Schriftstellern eine Stimme. Sämtliche Biographien und die konkreten Bezüge der Literaten zur Stadt Maulbronn können vom Besucher an einer Medienstation recherchiert werden. Unterhaltsame Kurzfilme führen hier in die Leben der beiden großen Maulbronner Autoren Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse ein.

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