Unesco-Weltkulturerbe mit lebendiger Atmosphäre

Kloster Maulbronn

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“

Hermann Hesse

Der Schriftsteller, Maler und Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse (1877–1962) ist sicherlich der prominenteste unter den ehemaligen Schülern Maulbronns. Mit Prosawerken wie „Der Steppenwolf“, „Siddhartha“ oder „Das Glasperlenspiel“ erlangte er weltweite Bekanntheit.

Ruine des ehemaligen Pfründhauses von Kloster Maulbronn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Pfründhausruine: Gegenstand von Schilderungen.

Welche Erinnerungen verband Hesse mit Maulbronn?

Hermann Hesse, der aus einer christlichen Missionarsfamilie stammte, kam im September 1891 nach Maulbronn. Zahlreiche Briefe aus Hesses Schulzeit vermitteln ein lebendiges Bild vom Alltag im Seminar. Anfangs fand Hesse das Kloster „großartig“, lediglich dem Turnunterricht konnte er nichts abgewinnen: „Lieber wollte ich 2 oder 3 Stunden Cicero schaffen, als eine solche Turnstunde durchmachen.“ Er schilderte auch herausragende Ereignisse wie den spektakulären Brand des Pfründhauses.

Wie beeinflusste Maulbronn sein literarisches Schaffen?

Spätere Briefe zeugen von den Stimmungsschwankungen des jungen Hesse. Der harte, entbehrungsreiche Schulalltag führte nach einem Jahr in der Maulbronner Schule zu einer tiefen Depression und schließlich zur Flucht aus dem Seminar. Der kurze Aufenthalt hat dennoch starke Eindrücke bei Hesse hinterlassen. In einigen Werken verarbeitete er diese Zeit literarisch, so in „Unterm Rad“, „Narziss und Goldmund“ und in „Das Glasperlenspiel“.

Türklopfer  am Torturm von Kloster Maulbronn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff

Der Kreis schließt sich mit Hesses Großvater.

Gab es Verbindungen seiner Familie nach Maulbronn?

Hesses Schulbesuch in Maulbronn schien vorgezeichnet: Schon sein Großvater Hermann Gundert hatte seine theologische Ausbildung am Evangelischen Seminar begonnen. Später verbrachte er 23 Jahre in Südindien. Neben seiner Missionsarbeit machte sich Gundert als Sprachwissenschaftler einen Namen. Das ungewöhnliche Leben des Großvaters dürfte die Fantasie Hesses beflügelt haben, der bereits als Jugendlicher eine auffallende sprachliche Begabung zeigte.

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