Unesco-Weltkulturerbe mit lebendiger Atmosphäre

Kloster Maulbronn

Ringsum authentisch

Die Umgebung des

Klosters

Zu den Besonderheiten Maulbronns gehört neben der Klosteranlage auch die umliegende, von den Zisterziensern geprägte Kulturlandschaft. Ein ausgeklügeltes Wassersystem, Weinberge und ehemalige Wirtschaftshöfe sind authentische Zeugnisse des klösterlichen Wirtschaftens.

Elfinger Weinberg bei Kloster Maulbronn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Werner Hiller-König

Weinanbau – wichtiger Bestandteil des Klosterlebens.

Ein eigenständiger Wirtschaftsbetrieb

Die Gründung eines Zisterzienserklosters war in erster Linie religiös motiviert. Doch für den Lebensunterhalt durften die Zisterzienser Gewässer, Wälder, Weingärten, Wiesen und Grundstücke gemeinsam besitzen. Daher gehörte die Kultivierung und Bewirtschaftung der umgebenden Landschaft zum festen Bestandteil des zisterziensischen Ordenslebens, ebenso das Prinzip der autonomen Eigenversorgung. Natürlich spielte bei der Gründung des Klosters die geografische Lage eine wesentliche Rolle.

Elfinger Hof bei Kloster Maulbronn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Werner Hiller-König

Die Grangie Elfinger Hof.

Die Zisterzienser als Grossgrundbesitzer

Handwerk, Ackerbau und Viehzucht bildeten die Grundlage für den Lebensunterhalt der Zisterzienser. Zur Bewirtschaftung der Ländereien und zur Unterbringung des Viehs richteten sie in der näheren Umgebung des Klosters eigene Wirtschaftshöfe ein, sogenannte Grangien. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts gehörten 17 Grangien zum Maulbronner Klosterbesitz. Die aufwendigen handwerklichen und landwirtschaftlichen Arbeiten übernahmen meist Laienbrüder, sie erhielten zum Ausgleich verkürzte Gebetszeiten.

Außenansicht der ehemaligen Klostermühle des Klosters Maulbronn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Klostermühle dient heute als Unterkunft der Seminarschüler.

Frühe Ingenieursleistung: das Wassersystem

Berühmt waren die Zisterzienser für ihre meisterhafte Art der Wasserwirtschaft. Davon zeugt ein umfangreiches System künstlich angelegter Wasserwege rund um das Kloster. Der Bau des Wassersystems wurde im 12. Jahrhundert begonnen und in den folgenden Jahrhunderten ausgeweitet. Durch ein spezielles Ablaufsystem regulierten die Zisterzienser das Wasser im nahe gelegenen Tiefen See und betrieben damit ihre Mühle innerhalb der Klostermauern. Der umgeleitete Bachlauf der Salzach diente als Abwasserkanal.

„Eppinger Linie“ als Graben im Wald; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Carla Müller

Heute kann man die „Eppinger Linie“ erwandern.

Ein Überbleibsel aus nachklösterlicher Zeit

Die Eppinger Linien, ein 86 Kilometer langer Verteidigungsgraben, liegen ebenfalls innerhalb der Maulbronner Kulturlandschaft. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden ließ den Graben zwischen 1695 und 1697 in Fronarbeit errichten, um französische Raubzüge im Pfälzischen Erbfolgekrieg zu verhindern. Die Eppinger Linien lassen sich auf einem gleichnamigen Weg erwandern, der sich über 40 Kilometer von Eppingen nach Mühlacker erstreckt und unterwegs über deren Geschichte informiert.

TIPP

Der Maulbronner „Closterweinberg“ wird heute wieder bewirtschaftet. Manchmal werden Sonderführungen inklusive Weinprobe mit dem Winzer Johannes Häge angeboten. Fragen Sie nach bei der Klosterverwaltung!