Kopf der Maria mit behutsam retuschierten Resten der Gesichtsfarbe

Restaurierung brachte wertvolle Erkenntnisse

Die Maulbronner Madonna

Seit 2013 thront die Maulbronner Madonna nach ihrer Restaurierung wieder im Chor der Klosterkirche. Die Skulptur aus Walnussholz ist zwischen 1307 und 1317 vermutlich in Köln entstanden. Wie die kostbare Marienfigur mit Kind und Reliquienkammer nach Maulbronn kam, ist ein Rätsel.

Gesamtansicht der Madonna

Im Chor der Klosterkirche erstrahlt sie in neuem Glanz.

Eine überragende Gestalt des Mittelalters

Allein durch ihre Größe von 170 Zentimetern tritt die Maulbronner Madonna aus der Reihe der Marienskulpturen des frühen 14. Jahrhunderts hervor. Die Figur ist aus einem Walnussstamm geschnitzt und hat eine Reliquienkammer auf der hohlen Rückseite. Sie beindruckt zudem durch ihre Eleganz, sichtbar in den fließenden Gewandfalten und der leichten Bewegung. Den tatsächlichen kunsthistorischen Rang der thronenden Maria mit Kind brachte die Restaurierung im Jahr 2010 zutage sowie Vergleiche auf einem wissenschaftlichen Kolloquium 2011.

Restauratorin bei Bearbeitung

Die Restauratorin während der Bearbeitung.

Restaurator machte Holzschädlingen den Garaus

Dem Restaurator Dr. Felix Muhle gelang es, den Schädlingen im Holz der Madonna den Garaus zu machen. Dabei wandte er in den Restaurierungswerkstätten der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ein thermisches Verfahren an.  Die naturwissenschaftlichen und restauratorischen Untersuchungen erfolgten beim Kooperationspartner,  bei der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart. Für ihre Diplomarbeit im Studiengang Restaurierung analysierte Magdalena Schlesinger die Maulbronner Madonna.

ursprüngliche Farbfassung

Originalbefund der Bortenverzierung vom Mantelsaum.

Nachweis der ursprünglich prächtigen Farbfassung

Die angehende Restauratorin wies nach, dass die Figur ursprünglich eine verzierte farbige Fassung mit Vergoldungen am Kleid, Mantel und Haar besessen hatte. Das blau gefärbte Mantelfutter imitierte durch Verzierungen den Pelz eines Eichhörnchens. Auf den Vergoldungen und Mantelsäumen waren Ornamente und Glassteine angebracht. Heute ist die Figur wieder eine Augenweide im Chor der Maulbronner Klosterkirche.

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