Kruzifix in der Klosterkirche Maulbronn

Mittelalterliche Bildhauerkunst

Das Maulbronner Kruzifix

Das überlebensgroße steinerne Kruzifix vor der Chorschranke zählt zu den bedeutenden spätgotischen Kunstwerken in Maulbronn. Das Meisterwerk besteht aus einem einzigen Steinblock, aus dem die leidende Christusfigur und das Kreuz sehr realistisch herausgearbeitet wurden.

Blick auf das Kruzifix und das bemalte Netzgewölbe der Klosterkirche Maulbronn

Das detailreiche Werk ist aus einem Block gefertigt.

Ein Meister der Darstellung

Auf der Rückseite hat der Künstler sein Werk mit „1473“ datiert und mit „CVS“ signiert. Das Namenskürzel wird dem Meister Conrad von Sinsheim zugeschrieben. Der Künstler schaffte es, die Haut der Christusfigur und die scheinbar hölzerne Oberfläche des Kreuzes sehr realistisch zu gestalten – eine in dieser Zeit völlig neue Art der Darstellung. Besonders die Tatsache, dass das gesamte Kruzifix aus einem Block gemeißelt wurde, ist beeindruckend, wirkt doch der zierliche Körper Christi wie ans Kreuz genagelt.

Bischof Gunther von Speyer und Ritter Walter von Lomersheim bitten Maria, die Kirche als Opfer anzunehmen, rechte Innenseite der Stiftungstafel, Öl auf Holz, 1450

Das Stiftergrab wurde mehrmals verlegt.

Ein beeindruckendes Grabmal für den Klosterstifter

In jenem Bereich, in dem sich heute das Kruzifix befindet, erhielt Anfang des 15. Jahrhunderts der Klosterstifter Walter von Lomersheim eine neue Grabstätte. Vorher lag er, der als Laie ins Kloster Maulbronn eingetreten war, auf dem Konversenfriedhof südlich der Kirche. Die Schlusssteine des Gewölbes über dem Kruzifix zeigen nördlich den Pelikan, in der Mitte den Löwen und im Süden Christus als Schmerzensmann.

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