Luftaufnahme der Wirtschaftsgebäude des Klosters Maulbronn

Ein mittelalterlicher Wirtschaftsbetrieb

Der Klosterhof mit den Wirtschaftsgebäuden

Der Klosterhof mit den Wirtschafts- und Verwaltungsgebäuden nimmt mehr als die Hälfte der Klosteranlage ein. Er ist von warmtonigen Fassaden der frühen Steinbauten und von Fachwerkhäusern aus verschiedenen Jahrhunderten geprägt.

Wohnung des Pfistermeisters, Melkstall mit „Hexenturm“, Mühle des Klosters Maulbronn

Der Fruchtkasten, die heutige Stadthalle.

Fruchtkasten für die Vorratshaltung

Der imposante Fruchtkasten, heute Stadthalle, zeigt die wirtschaftliche Kraft des Klosters. Er diente als Speicherraum, Kelter und Weinkeller. Auch Fässer, Bottiche und andere Behältnisse für landwirtschaftliche Erzeugnisse fanden hier Platz. Der 45 mal 25 Meter große Fruchtkasten entstand Anfang des 13. Jahrhunderts und wurde 1580 umgebaut und aufgestockt. Der spätgotische Ursprungsbau ist durch zugemauerte, spitzbogige Lanzettfenster gekennzeichnet. Hier hatten einst die Laienbrüder ihre Werkstätten.

Der westliche Wirtschaftshof

Entlang der westlichen Klostermauer befinden sich Wagnerei und Schmiede, weiter hinten folgt ein Speichergebäude. Schräg vor der Schmiede steht der markante Marstall, seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Maulbronner Rathaus. Der ursprünglich gotische Steinbau erscheint seit einem Umbau um 1600 mit einem geschwungenen Renaissance-Giebel. Hinter dem Marstall diente der sogenannte Haberkasten als Getreidelager. In dem freistehenden Gebäude nördlich davon hatte der Bäckermeister seine Wohnung.

Außenansicht des ehemaligen Marstalls und Haberkastens des Klosters Maulbronn
Außenansicht der Pfisterwohnung des Klosters Maulbronn

Wirtschaftshof mit ehemaligem Marstall, Haberkasten und Pfisterwohnung.

Wohnung des Pfistermeisters, Melkstall mit „Hexenturm“, Mühle des Klosters Maulbronn

Vom Wirtschaftshof gut sichtbar: der „Hexenturm“.

Vom Hexenturm bis zum Mühlturm

Die Nordwestecke der Klosteranlage ist gekennzeichnet durch den Hexenturm, ein Teil der mittelalterlichen Befestigung. Daran im Nordwesten bauten die Zisterzienser nach 1440 den Eichelboden oder Melkstall an. Rechts davon folgt die Mühle. Sie entstand nach 1400 über einem kleineren Vorgängerbau. Von dem dazugehörigen Mühlturm aus verlief einmal eine Befestigungsmauer quer durch den Klosterhof bis zum Fruchtkasten. Sie wurde im 18. Jahrhundert abgerissen. Der Mühlturm diente zu dieser Zeit als Gefängnis.

Wirtschaftshof mit Kameralamt, Gesindehaus und Speisemeisterei (von links) des Klosters Maulbronn

Die alten Gebäude werden heute neu genutzt.

Der innere Klosterhof

Drei große Fachwerkgebäude, die ihre Giebel nach Osten zur Klausur richten, prägen den inneren Klosterhof. Die gegenüber der Mühle gelegene Speisemeisterei stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Im mittleren der drei Gebäude, dem ehemaligen Gesindehaus von 1550, ist heute ein Restaurant untergebracht. Zum offenen Hof hin liegt als drittes Gebäude das Bursarium oder Kameralamt von 1742, einst Sitz der Klosterverwaltung und heute Polizeirevier sowie Notariat.

Staunen Sie die über die lebendige Atmosphäre im Klosterhof bei einem der Märkte, die im Laufe des Jahres stattfinden: Vom Ostermarkt, über den Kräuter- und Erntemarkt bis zum Weihnachtsmarkt reicht das Angebot, das für lebhaftes Treiben im Klosterhof sorgt.

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