Dreischaliger Brunnen im Brunnenhaus des Klosters Maulbronn

Ein Maulbronner Wahrzeichen

Das Brunnenhaus

Das Haus mit dem dreischaligen Brunnen gehört zu den beliebtesten Bildmotiven in Kloster Maulbronn. Das Brunnenhaus diente den Mönchen zur Reinigung, für rituelle Waschungen und für das Schneiden ihrer Tonsuren. Sein Frischwasser erhielt das Brunnenhaus von Bergquellen nördlich des Klosters.

Brunnenhaus am Nordflügel des Kreuzgangs des Klosters Maulbronn

Bau aus mehreren Jahrhunderten.

Die Entstehung des Brunnenhauses

Das Brunnenhaus befindet sich im Nordflügel des Kreuzgangs, gegenüber dem Herrenrefektorium. Es wurde im 13. Jahrhundert zunächst kreisförmig bis zur Brüstungshöhe errichtet. Um 1340 bis 1350 folgten der Einbau von fünf Maßwerkfenstern und die Einwölbung der Decke. Der Fachwerkaufbau stammt aus der Zeit um 1611, wohl nach Plänen des schwäbischen Baumeisters Heinrich Schickhardt.

Brunnenschale vor der Rekonstruktion, Aufnahme 1865 von J.A. Lorent; Foto: Stadtarchiv Maulbronn

Die Brunnenschale auf einem Foto von 1865.

Der Brunnen: aus Alt und mach Neu

Vom mittelalterlichen Brunnen des Brunnenhauses ist lediglich die unterste Steinschale erhalten. 1878 glaubte der Kunsthistoriker und Landeskonservator Eduard Paulus d.J., einen weiteren Teil des Brunnens gefunden zu haben: am mittelalterlichen Abtsbrunnen im östlichen Klosterhof. Doch bei der Zusammenführung beider Teile erwies sich das als Fehleinschätzung. Die mittlere und obere Schale kamen also neu hinzu, nur der Bronzeaufsatz stammt vom Abtsbrunnen.

Auch interessant

Anekdote: Die Gründungslegende

Schauen Sie im Brunnenhaus nach oben! Originell sind die Rötelmalereien im Gewölbe. Die Malereien, ausgeführt mit roter Farbe, zeigen neben vielen Ornamenten eine besondere Szene: Die Gründungslegende des Klosters mit dem am Brunnen trinkenden Maulesel ist hier darstellt.

Versenden
Drucken