Ephoratsgarten von Kloster Maulbronn

Nützlich oder einfach nur schön

Die Gärten

Neben dem Kreuzgarten im Zentrum des Klosters gab es in Maulbronn verschiedene Nutzgärten. Um autark leben zu können, bauten die Mönche Obst und Gemüse an und züchteten Kräuter. Eine Besonderheit des Klosters ist der Ephoratsgarten, ein Ziergarten angelegt nach der Reformation.

Kreuzgarten von Kloster Maulbronn

Im Kreuzgarten die Ruhe genießen.

Ein Ort der Ruhe und des Rückzugs

Das Zentrum des Kreuzganges und somit auch des Klosters bildet der Kreuzgarten. Hier konnten sich die Mönche zum Gebet und zur Meditation zurückziehen. Durch seine Lage innerhalb der Klostermauern und seine streng symmetrische Anlage lädt er noch heute zum Verweilen und Entspannen ein. Der Kreuzgarten war aber auch Ort für seltene Pflanzen, die sich hier geschützt besonders gut kultivieren ließen. Besonderes Highlight ist der alte und schöne Magnolienbaum, der jedes Jahr im Frühling blüht.

Kräutergarten im Kloster Maulbronn

Pflanzen für die Medizin.

Angelegt nach mittelalterlichem Vorbild

Neben der Seelsorge kümmerten sich Mönche ganz praktisch um Kranke und Bedürftige. In ihren Kräutergärten züchteten sie dafür Pflanzen, die sie zu Medizin verarbeiteten. In Maulbronn gibt es seit 2008 einen Kräutergarten, angelegt nach dem Gartenmodell des Benediktiners Walahfrid Strabo aus dem 9. Jahrhundert: In vier mal vier rechteckigen Beeten wachsen verschiedene Kräuter. Darunter sind geläufige, wie Schnittlauch und Rosmarin, und heute fast unbekannte: etwa der Andorn, der bei Husten hilft. 

Ephoratsgarten von Kloster Maulbronn

Oase hinter der Prälatur: der Ephoratsgarten.

Ein Ziergarten für den Leiter der Klosterschule

Der Ephoratsgarten wurde im Zuge der Säkularisierung des Klosters angelegt. Um die hungrigen Klosterschüler satt zu bekommen, pflanzte man an der Stelle des alten Friedhofareals Obstbäume und erntete Gemüse. Im 19. Jahrhundert erhielt der Garten sein heutiges Aussehen und auch seinen ungewöhnlichen Namen: Der Leiter der Klosterschule wurde nicht mehr Abt, sondern Ephorus genannt. Für ihn gab es nun, zwischen den Obstbäumen, einen kleinen Lustgarten mit schmalen Wegen, Blumenbeeten und Brunnen. 

Weinberge hinter Kloster Maulbronn

Eng verbunden: Klosteranlage und Weinberg

Ertragreich: Der „Closterweinberg“

Der Weinberg im Norden des Klosters wurde kurz nach dessen Gründung 1147 angelegt. Aus Sandstein sind die Trockenmauern und Mauertreppen errichtet, typisch für den Steillagenweinbau im Neckartal. Bewirtschaftet wurden sie von Laienbrüdern, die aus den Trauben in der Kelter unterhalb des Berges Wein machten. Im 16. Jahrhundert versorgten die Einwohner der umliegenden Dörfer den Weinberg: In Frondienst Lasen, schnitten und hackten sie den Wein. Heute sind die Weingärten teils mit Obstbäumen bepflanzt.

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