Berühmt waren die Zisterzienser für ihre meisterhafte Art der Wasserwirtschaft und der Wassernutzung. Sie legten in Maulbronn über mehrere Geländestufen ein Netz von etwa zwanzig natürlichen und künstlichen Seen und Teichen an, die untereinander durch ein umfangreiches Graben- und Kanalsystem verbunden waren.
Feuchtgebiete wurden entwässert und das Wasser insbesondere in niederschlagsarmen Zeiten den landwirtschaftlichen Flächen zugeführt. Die Stauseen dienten als große Wasserrückhalte- und Reservebecken und gleichzeitig als Fischteiche und waren so Grundlage der Ernährung. In weiten Teilen sind die Anlagen nachvollziehbar und, soweit erhalten, erfüllen sie bis heute diese Funktionen.
Die Wasserdurchspülung der Klosteranlage brauchten die Zisterzienser für: Latrinen, Abfallbeseitigung, Küche, Stallungen, Mühlenbetrieb, Kelterei, Handwerksbetriebe, Fischzucht. Den Wasserlauf der Salzach fassten die Zisterzienser innerhalb der Klostermauern als Kanal, der Abwässer und Abfälle aufnehmen konnte und das Kloster bis heute durchfließt.