Anekdoten

Viele Legenden und Erzählungen ranken sich um das Kloster Maulbronn, die meisten sind historisch nicht belegt, das schmälert aber weder ihren Reiz noch ihre Überlebensfähigkeit.

Das Maultier und das Kloster
Die "Gründungsanekdote" erzählt, Walter von Lomersheim habe vor 850 Jahren einem Maultier einen Geldsack aufgebürdet und beschlossen, dort wo es anhalte und die Last abwerfe, ein Kloster zu erbauen. Das beladene Tier wandte sich an einen Ort, "der nun Maulbronn genannt wird", und brachte dort durch heftige Hufschläge aus dem Fels einen Quell hervor.

Der Abt und der teuflische Doktor
Die Legende vom Aufenthalt des Doktor Faustus steht auf der "Hitliste" der nicht mehr nachweisbaren Ereignisse rund ums Kloster sicherlich auch ganz oben. Einige "Beweise" für die Verbindung des Faust zu Maulbronn scheint es jedoch zu geben:

Am eindrucksvollsten ist das gemauerte Zeugnis, ein veritabler verwinkelter "Faustturm". Vielleicht hat Faust bei einem seiner Klosterbesuche hier gewohnt? Abt Johann Entenfuß jedenfalls, der ab 1512 sechs Jahre lang geistliches Oberhaupt der Mönche gewesen ist, war laut Abtverzeichnis ein "Collega" des Zauberers Faustus. Warum soll sich der bauwütige Abt auch nicht mit dem Alchimisten eingelassen haben, um sich von ihm Gold herstellen zu lassen? Auf diese Idee kamen mächtigere und berühmtere Herren noch zwei Jahrhunderte später. Glück hatte er jedenfalls nicht, wegen "üblen hausens" wurde der verschwenderische Entenfuß schließlich abgesetzt.

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook